Die Azoren, eine Inselgruppe bestehend aus neun größeren und mehreren kleinen Inseln im portugiesischen Atlantik, galten bis zum 15. Jahrhundert als unberührt, zu dieser Zeit begann die Besiedlungsphase. Die Inselgruppen blieben weitgehend von Krieg verschont, hatten aber immer wieder wirtschaftliche Probleme und große wie kleine, umwelttechnische Katastrophen. Heute sind die Azoren ein beliebtes Urlaubsziel.
Die Entdeckung
Münzfunde lassen darauf schließen dass zumindest eine der Inseln in der Antike von Phöniziern besucht wurde, jedoch ist nach bisherigen Erkenntnissen eine Besiedlung vor dem 15. Jahrhundert auszuschließen. Auf der Medici-Karte und dem Atlas Catalan waren die Azoren allerdings schon früher aufgeführt, sie waren also nicht unbekannt. Im Jahre 1927 bekam Heinrich der Seefahrer von Diogo de Sives den Auftrag die Inselgruppe für Portugal einzunehmen, was er auch tat. Ein paar Jahre später wurden schon die ersten Inseln von portugisieschen Bauern und niederländischen Flamen besiedelt. Es dauerte nicht lange und die Azoren hatten sich als wichtiger Stützpunkt für die Schiffe etabliert, die von Europa aus nach dem neuentdeckten Amerika und zurück unterwegs waren. Auch Christoph Kolumbus stattete der Inselgruppe einen Besuch ab, wobei er scheinbar fälschlicherweise zuerst als Seeräuber gehalten und ins Gefängnis verfrachtet wurde. Diese Überlieferung ist allerdings nicht mit den nötigen Beweisen hinterlegt und kann sich auch nur um “Seemannsgarn” handeln. Im Jahre 1580 kam es zum Krieg. Grund dafür war die Weigerung der Azoren sich dem neuen König Phillip dem Zweiten unterzustellen. Drei Jahre lang wurde gegen die Personalunion gekämpft. In den nächsten Jahren und Jahrhunderten lebte die Bevölkerung in Frieden, der nur jedoch immer wieder von Vulkanausbrüchen und Erdbeben gestört wurde. Auch heute noch haben die Bewohner der Azoren mit derartigen Problemen zu kämpfen.
Die wirtschaftliche Entwicklung im Laufe der Zeit
Bis zum 19. Jahrhundert lebte die Bevölkerung der Azoren hauptsächlich vom Zuckerrohranbau. Der Niedergang war ein Segen, durch den Anbau von Orangen, Ananas, Tee und Tabak wurde eine wirtschaftliche Blütezeit erlebt. Diese hielt leider nicht lange an. Schuld daran waren unter anderem Schädlinge auf den Plantagen. Danach wurde mehr auf den Walfang gesetzt, der bis dahin als Nebenerwerb galt. Heutzutage sind der Fluglinienverkehr und die Touristik die wichtigsten Einnahmequellen. Zudem stehen für die Touristen viele Ferienhäuser und Ferienwohnungen bereit.